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EC-Cash-Gerät kaufen oder mieten, wenn nur tage- oder wochenweise Nutzung?

Von Paul Berg|2019-02-08T10:20:48+00:008. Februar 2019|

Ein EC-Cash-Gerät zu kaufen ist oftmals günstiger, als ein Kartenterminal zu mieten – selbst bei kurzer Mietdauer.

Die Angebote für die Kurzzeitmiete von EC-Kartenterminals – oft als Messe- oder Marktterminals beworben – sehen zwar auf den ersten Blick verlockend aus; denn häufig werden Geräte vermietet, die einen hohen Kaufpreis von mehreren hundert Euro haben. Verglichen dazu scheint ein Mietpreis von um die hundert Euro für vier Wochen gering. Mittlerweile gibt es aber Kartenlesegeräte schon ab 39 € zu kaufen, weshalb sich die Kurzzeitmiete häufig gar nicht lohnt.

Mobiles Kartenlesegerät mit oder ohne Smartphone

In Zeiten langer Akkulaufzeiten muss man sich nicht mehr die Frage stellen, ob man ein stationäres Kartenterminal braucht oder ein mobiles Gerät. Letzteres ist im Grunde immer praktischer, unabhängig davon, ob man in einem Ladengeschäft verkauft oder unterwegs etwa auf Messen, Flohmärkten oder Weihnachtsmärkten.

Unter den mobilen EC-Cash-Geräten gibt es jedoch zwei verschiedene Arten:

  1. Die einen funktionieren nur im Zusammenspiel mit einem internetfähigen Smartphone oder Tablet, über das sich die Kartenleser mit dem World Wide Web verbinden.
  2. Die anderen mobilen Kartenterminals können sich ohne Smartphone von ganz alleine mit dem Internet verbinden. Möglich wird das durch eine im EC-Terminal verbaute SIM-Karte, die den direkten Kontakt zu einem Mobilfunknetz herstellt – meistens das GPRS-, 3G- oder 4G-Netz.

Die völlig autonomen Kartenlesegeräte sind etwas teurer als die mobilen Kartenleser, die auf ein Smartphone oder Tablet angewiesen sind.

Bei diesem mobilen Ingenico-Terminal ist der Drucker integriert. Foto: Fotolia

Der Kaufpreis hat sich schnell amortisiert

Das Ingenico Move 3500 ist ein autonomes Kartenlesegerät, das dank eingebauter SIM-Karte und integriertem Drucker völlig autonom funktioniert. Es wird auch für Kurzzeitmieten – in der Regel für einen Monat – angeboten, bei Gerätemietpreisen um die 100 €. Da der Kaufpreis des Ingenico Move 3500 um die 400 € liegt, ist ein Mietpreis von 100 € interessant; insbesondere wenn man das Gerät nur einmal, vielleicht zweimal im Jahr benötigt.

Allerdings gibt es zum Beispiel mit dem myPOS Mini ein Kartenelesegerät zum Kaufpreis von 139 €, das ebenfalls über eine eingebaute SIM-Karte verfügt und daher völlig autonom überall unterwegs funktioniert, wo ein Mobilfunknetz vorhanden ist. Noch günstiger ist der Kauf des autonomen SumUp 3G für 99 €. Für den Preis einer Kurzzeitmiete kann man also in der Regel bereits ein voll funktionsfähiges mobiles Kartenlesegerät kaufen; allerdings ohne integrierten Drucker.

Nochmal günstiger wird es, wenn Sie ein EC-Cash-Gerät wählen, das Sie mit einem internetfähigen Smartphone oder Tablet verbinden. Hier werden die günstigsten Kartenlesegeräte bereits ab 39 € zum Kauf angeboten, wie etwa der SumUp Air. Das direkte Konkurrenzprodukt heißt iZettle Reader, dessen regulärer Kaufpreis 79 € beträgt. Auch bei diesen Geräten sind jedoch keine Drucker eingebaut.

Eingebaute oder mobile Drucker

Bei den druckerlosen Kartenlesegeräten myPOS Mini, SumUp 3G, SumUp Air sowie dem iZettle Reader können die Belege entweder per E-Mail oder SMS versendet werden. Für manche mobilen EC-Geräte gibt es externe mobile Drucker, deren Preis allerdings mehrere hundert Euro betragen kann.

Wer ein günstiges mobiles Kartenlesegerät mit integriertem Drucker sucht, kann auf den myPOS Combo zurückgreifen, der mit 249 € preislich immer noch wesentlich attraktiver ist, als ein vergleichbares Modell eines klassischen Herstellers wie das Ingenico Move 3500 für circa 400 €.

Das EC-Cash-Gerät SumUp Air akzeptiert auch kontaktlose Kartenzahlungen. Foto: SumUp

Bankgebühren

Wenn Sie ein EC-Cash-Terminal bei Ihrer Bank mieten, läuft auch die Zahlungsabwicklung über Ihre Bank. Auch mit einem gekauften Kartenterminal der klassischen Hersteller wie Ingenico oder Verifone können Sie die Zahlungen von Ihrer Bank abwickeln lassen. Dieser Service ist weder bei Miet- noch bei Kaufgeräten kostenlos. Bei EC-Kartenzahlungen (girocard) und anderen Debitkarten wird in der Regel eine Disagio sowie eine Transaktionsgebühr fällig.

Bei Kreditkartenzahlungen wird die Sache noch komplizierter. Hier wird im Schnitt eine Disagio von zwei Prozent erhoben und eine Transaktionsgebühr aufgeschlagen; zusätzlich können weitere Kosten entstehen – je nachdem welche Kreditkarte verwendet wurde, wer Karteninhaber ist, aus welchem Land die Karte stammt und wie die Karte eingereicht wurde. Es lässt sich also schwer im Voraus sagen, wie hoch die tatsächlichen Kosten bei Nutzung der bankseitigen Zahlungsabwicklung sind. Bei entsprechendem Umsatz kann man die Gebührenhöhe teilweise mit den Banken aushandeln.

Übersichtliche Kosten bei Komplett-Paketen

Wenn Sie hingegen ein Kartenterminal von SumUp oder iZettle kaufen, haben Sie den Vorteil, dass die Gebührenhöhe von vornherein klar ist. Für Zahlungen mit der EC-Karte (girocard) werden 0,95 % vom Transaktionsbetrag verlangt; bei Kreditkartenzahlungen werden 2,75 % erhoben.

Vom Anbieter myPOS wird nur ein unverbindlicher Orientierungswert in Höhe von 1,75 % pro Transaktion genannt. Die tatsächliche Gebührenhöhe bei myPOS hängt unter anderem von der Businessaktivität und der geographischen Lage ab.

Fazit

Wer nur einmalig ein EC-Cash-Gerät benötigt – zum Beispiel für eine spontane Messeveranstaltung – und auf einen Drucker zum Ausdruck von Papierbelegen wert legt, für den ist die Kurzzeitmiete günstiger als der Kauf eines entsprechenden Gerätes mit integriertem Drucker. Wer keine Quittungen auf Papier benötigt, fährt immer günstiger eines der alternativen Kartenterminals zu kaufen statt ein klassisches Gerät zu mieten.

Schon bei dreimaliger Nutzung – zum Beispiel wenn Sie mehrere Messen im Jahr besuchen oder jedes Jahr auf einem Weihnachtsmarkt verkaufen – ist der Kauf eines alternativen Kartenterminals mit integriertem Drucker stets günstiger als die Kurzzeitmiete eines Gerätes der traditionellen Hersteller.

Bei hohen Umsätzen sollte man übrigens grundsätzlich versuchen, bessere Konditionen mit dem jeweiligen Zahlungsabwickler auszuhandeln; diese Möglichkeit beschränkt sich nicht auf die Verhandlung mit Banken.