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Wie bekomme ich ein EC-Terminal? – Auswahlprozess, Anbieter und Kosten

Von Paul Berg|2019-01-11T17:30:50+00:0018. Dezember 2018|Tags: |

Für die Annahme von Kartenzahlungen braucht man ein EC-Terminal, das man mieten oder kaufen kann.

Übersicht

Banken – Händler – Direktanbieter
Terminal-Miete bei der Bank
Gerätekauf beim Händler
Gerät vom Direktanbieter

Komplettlösungs-Anbieter
EC-Terminal ohne Grundgebühr

Fazit

Es gibt verschiedene Abrechnungs-Anbieter und Kartenlesegeräte; auch mobile, die direkt über das 3G- oder GPRS-Mobilfunknetz kommunizieren, sowie Geräte, die über ein Smartphone funktionieren. Sie müssen Ihr EC-Terminal nicht über Ihre Bank kaufen oder mieten, nur weil Sie dort Ihr Geschäftskonto haben. Alternative Anbieter zur Bank richten Ihnen ein Händlerkonto ein und überweisen das Guthaben dann auf Ihr Bankkonto.

Es gibt sogar Lösungen, bei denen Sie auf das Guthaben des Händlerkontos direkt mit einer Visa-Karte zugreifen können.

Insbesondere bei den Banken muss man mit langen Mindestvertrags-Laufzeiten rechnen. Andere Anbieter verlangen keine Mindestvertragsdauer und kommen ohne Grundgebühren aus.

EC-Cash-Terminal von der Bank mieten

Schauen wir uns zunächst die Verträge an, bei denen für die Nutzung von EC-Kartenterminals Grundgebühren anfallen. Das können Mietkosten sein oder auch Service-Pauschalen.

Wenn Sie bereits ein Geschäftskonto haben, bietet Ihnen Ihre Bank in der Regel ein Gesamtpaket zur Abwicklung von EC- und Kreditkartenzahlungen an, einschließlich der Anmietung eines Kartenterminals. Das ist zwar die üblichste Lösung, um in den Besitz eines EC-Cash-Terminals zu gelangen, jedoch nicht unbedingt die einfachste.

1. Schritt: Angebot anfordern

Da die Höhe der Gebühren häufig von der Branche abhängen, in der man tätig ist, sowie vom Umsatz, erfährt man die genauen Kosten erst auf Nachfrage bei den jeweiligen Banken. Bei hohen Umsätzen kann man teilweise auch größere Rabatte aushandeln. Idealerweise holt man sich Angebote von verschiedenen Banken ein, um eine bessere Verhandlungsposition gegenüber seinem Bankberater zu haben.

Auch die monatlichen Mietkosten für das Kartenterminal und eventuell für eine Zahlungssoftware sollte man vorab klären.

2. Schritt: EC-Gerät bestellen

Wenn man sich mit der Bank über die Höhe der Gebühren geeinigt hat, kann man das gewünschte EC-Cash-Gerät bestellen. Die Banken bieten meist verschiedene stationäre, mobile sowie unbediente Terminals an. Die mobilen Geräte können in der Regel direkt mit dem Mobilfunknetz verbunden werden.

Bei den Sparkassen (BS Payone) und der Deutschen Bank ist man allerdings an sehr lange Vertragslaufzeiten von bis zu 60 Monaten gebunden.

3. Schritt: Händlerkarte ins Kartenterminal einbauen

Falls das Kartenlesegerät noch nicht mit der persönlichen Händlerkarte ausgestattet ist, muss man diese noch in das Gerät einbauen. Bei dieser Händlerkarte handelt es sich um eine SIM-Karte, über die das EC-Gerät authentifiziert wird und dem eigenen Händlerkonto zugeschrieben. Um die SIM-Händlerkarte an der richtigen Stelle zu platzieren, muss man das Terminal normalerweise öffnen.

Dieses mobile Endgerät von Ingenico kann sowohl im Ladengeschäft als auch unterwegs verwendet werden. Foto: BNP Paribas.

Kosten

Je nachdem mit welcher Karte ein Kunde zahlt, fallen unterschiedliche Transaktionsgebühren an. Die meisten Kunden zahlen mit der Girocard (früher EC-Karte = Electronic-Cash-Karte). Für die Entgegennahme einer EC-Kartenzahlung fällt normalerweise eine Transaktionsgebühr an, ein EC-Autorisierungsentgelt sowie ein Serviceentgelt.

Bei den anderen verbreiteten Debitkarten-Verfahren wie VPAY und Maestro wird meist ein Disagio und eine Transaktionsgebühr berechnet. Bei Kreditkartenzahlungen werden im Durchschnitt 2 Prozent Disagio fällig und eine Transaktionsgebühr hinzugerechnet. Je nach verwendeter Kreditkarte und Karteninhaber können noch weitere Kosten entstehen. Auch das Ausgabeland der Karte und die Art der Einreichung spielen hier eine Rolle.

Die günstigsten EC-Kartenterminals kann man schon um die 15 € (zzgl. MwSt.) im Monat mieten. Die Miete des CCV Verifone VX 680 GPRS, mit dem auch unterwegs dank SIM-Karte mit dem Mobilfunknetz verbunden ist, wird monatlich eher über 20 € (zzgl. MwSt.) kosten.

Vorteile von Bankangeboten

  • Die große Anzahl der verfügbaren Modelle.

  • Die Möglichkeit, die Gebührenhöhe zu verhandeln, wenn Ihr Umsatz hoch genug ist.

  • Einfache Integration in viele Kassensysteme möglich.

Nachteile

  • Komplizierte Verträge. Langfristige Vertragsbindung.

  • Die Tarife sind nicht transparent und müssen mit der Bank ausgehandelt werden.

Gerätekauf beim Händler – Abwicklung über die Bank

Sie können ein EC-Terminal auch kaufen. Auf diese Weise sparen Sie die monatliche Gerätemiete. Allerdings wird zum Beispiel vom Sparkassen-Zahlungsdienstleister BS Payone im Rahmen des S-Händlerservice beim Einsatz gekaufter Geräte eine sogenannte Netzbetriebspauschale für den Kundenservice erhoben, die 10 € im Monat beträgt. Also auch beim Geräte-Kauf fallen Grundgebühren bei der Bank an, die die Zahlungen abwickelt.

Kosten

Das CCV Verifone VX 680 für den mobilen Außeneinsatz durch Verbindung mit dem Mobilfunknetz kostet circa 690 € (inkl. MwSt.). Auch das mobile EC-Cash-Gerät iWL250 von Ingenico liegt mit 696 € (inkl. MwSt.) in diesem Bereich und verbindet sich ebenfalls dank SIM-Karte über GPRS mit dem Internet. Für den stationären Einsatz kommt häufig das Verifone H5000S zum Einsatz, das sich preislich mit 676 € (inkl. MwSt.) kaum von den mobilen Geräten unterscheidet.

Das EC-Kartenlesegerät iWL250 von der Firma Ingenico: Bezahlung per Karte (kontaktlos oder mit Chip durch Einstecken) oder kontaktlos mit Smartphone.
Über das mobile EC-Terminal iWL250 von Ingenico kann man sowohl Chip-Karten-Zahlungen annehmen als auch kontaktlose Zahlungen (NFC). Foto: Ingenico

Vorteile der Angebote von Händlern

  • Lieferzeiten sind in der Regel kürzer als bei Banken.

  • Einfache Integration in viele Kassensysteme.

Nachteile

  • Kein sofortiger Austausch bei defektem Gerät.

  • Separate Kundenservicepauschale bei der Bank, die die Zahlungsabwicklung durchführt.

Gerät vom Direktanbieter – Kauf oder Miete

Mittlerweile gibt es neben den Banken zum einen Acquirer wie Elavon oder InterCard, die nicht nur Kreditkartenakzeptanzverträge vermitteln, sondern auch die Zahlungsabwicklung plus Kauf oder Miete von EC-Terminals anbieten. Zum anderen gibt es zahlreiche Network-Service-Provider (Netzbetreiber) wie zum Beispiel Telecash (First Data) und unabhängige Verkaufsorganisationen, die nicht als Acquirer tätig sind, aber neben der Vermietung und dem Verkauf von Kartenterminals ebenfalls die Zahlungsabwicklung anbieten.

Kosten

Die Höhe der Gerätemiete hängt meist von den Vertrags-Laufzeiten ab. Bei Verträgen über eine langfristige Laufzeit von 60 Monaten können große Mietpreis-Rabatte erzielt werden. Allerdings muss man sich die Angebote genau angucken, da die Kundenservice-Pauschale teilweise separat vom Mietpreis aufgeführt wird. Beim Gerätekauf spart man sich dann zwar die Miete, aber um die Service-Pauschale kommt man dennoch nicht herum, will man nicht völlig ohne Service dastehen.

Pro EC- oder Kreditkarten-Vorgang werden meist fixe Gebühren zwischen 0,04 und 0,10 Euro erhoben. Diese sinken in der Regel, umso mehr Transaktionen durchgeführt werden.

Bei EC-Kartenzahlungen mit PIN-Eingabe kommt noch die von der Interessenvertretung Deutsche Kreditwirtschaft (früher ZKA) zwingend erhobene Gebühr von 0,25 % hinzu. Diese setzt sich aus einem Interbankenentgelt in Höhe von 0,193 %  und einem Konzentratorenentgelt in Höhe von 0,057 % zusammen.

Authentifizieren sich Kunden bei EC-Kartenzahlungen mit Unterschrift liegt eine ELV-Zahlung vor (Elektronisches Lastschriftverfahren). Eine Gebühr für die Deutsche Kreditwirtschaft wird in diesen Fällen nicht fällig; allerdings kann es sein, dass der Zahlungsdienstleister auch beim ELV-Verfahren eine Gebühr erhebt. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn der Dienstleister die Einlösung der Lastschrift garantiert.

Welche zusätzlichen Gebühren bei Kreditkartenzahlungen anfallen, hängt vom jeweiligen Akzeptanzvertrag mit den Kreditkarten-Acquirern ab. In der Regel wird hier also auch ein Disagio von durchschnittlich 2 % fällig werden.

Des Weiteren gibt es Paketangebote, die teilweise schon um die 10 € im Monat zu haben sind. Bei den Pauschal-Tarifen von Elavon sind zum Beispiel die Terminal-Miete, der Service und ein begrenztes Transaktionsvolumen inbegriffen.

Vorteile der Direktanbieter

  • Alles aus einer Hand: nur ein Ansprechpartner bei Problemen.

  • Niedrige Pauschal-Tarife für Unternehmen mit wenig Umsatz.

Nachteile

  • Angebote erst ab langer Laufzeit wirklich günstig.

  • Kundenservice-Pauschale reduziert sich teilweise auch bei Kauf-Gerät nicht.

EC-Terminal ohne Grundgebühr

Wer ein EC-Terminal ohne Grundgebühr sucht, sollte sich nach sogenannten Zahlungsvermittlern umschauen, die Komplett-Pakete inklusive eigenen Geräten anbieten und das Händlerkonto bei den Acquirern verwalten. Das hat zwei Vorteile: Zum einen muss man auf diese Art nicht mit mehreren Kreditkarten-Acquirern Verträge schließen. Zum anderen ist man auch von seiner Haus-Bank unabhängig. Das Transaktions-Guthaben wird innerhalb weniger Tage auf das Geschäftskonto überwiesen. Der Anbieter myPOS gibt sogar eine Händler-Visa-Karte heraus, mit der man sofort auf sein Guthaben zugreifen kann.

Die Komplettlösungs-Anbieter konzentrieren sich auf mobile Zahlungssysteme, die zwar auch im Geschäft insbesondere aber unterwegs genutzt werden können. myPOS hat sich zum Beispiel auf Geräte mit direkter Verbindung zum Internet über das Mobilfunknetz oder WLAN spezialisiert. Andere Komplett-Anbieter wie SumUp, iZettle oder Concardis haben app-basierte Lösungen entwickelt. Das EC-Kartenlesegerät verbindet sich hier über Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet, um über eine darauf installierte Zahlungs-App Zugriff auf das Internet zu erhalten.

myPOS Combo
Das mobile Kartenterminal myPOS Combo verbindet sich direkt mit dem Mobilfunknetz über eine integrierte SIM-Karte mit unbegrenztem Datenvolumen. Foto: myPOS

Die Vertragsanbahnung läuft bei den Komplettlösungs-Anbietern meist online ab. Man meldet sich auf den jeweiligen Web-Seiten an und bestellt das gewünschte Kartenlesegerät. In der Regel wird das Gerät nach wenigen Tagen zugesendet. So kann man innerhalb kürzester Zeit die erste Kartenzahlung annehmen.

Kosten

Das mobile Kartenlesegerät myPOS Combo kann dank mitgelieferter SIM-Karte nicht nur unabhängig von einem Smartphone betrieben werden, sondern hat auch einen eingebauten Drucker zu bieten. Dafür kostet es aber auch 249 € (zzgl. MwSt.). Eine abgespeckte Version ohne Drucker, der myPOS Mini, kostet 139 €.

Günstiger sind in der Regel die app-basierten Kartenlesegeräte. Hier befindet sich der Großteil der Elektronik im Smartphone, wodurch sich die Komplexität und der Preis des Kartenlesers reduziert. Der Kaufpreis für diese Geräte beträgt meistens zwischen 39 € und 79 €.

Es gibt aber auch app-basierte EC-Geräte, die über 100 Euro liegen, wie etwa das reine EC-Kartenlesegerät Cyberjack POS von Reiner SCT. Das Gerät ist nicht nur teurer als Konkurrenzprodukte, sondern auch eingeschränkter in der Funktion, da es nur Girocards annimmt. Dafür sind beim Cyberjack POS aber die Transaktionsgebühren für EC-Kartenzahlungen mit 0,85 % um 0,1 Prozentpunkt günstiger als zum Beispiel bei iZettle oder SumUp.

Bei SumUp, iZettle und Concardis Optipay betragen die Transaktionsgebühren für EC-Kartenzahlungen 0,95 %. Für Kreditkartenzahlungen nimmt iZettle und SumUp 2,75 % und Concardis 2,6 %. Die genauen Transaktionsgebühren von myPOS sind nicht bekannt; das Unternehmen gibt einen unverbindlichen Orientierungswert von 1,75 % für alle Kartenzahlungen an; es handelt sich vermutlich um einen Durchschnittswert aus Zahlungen mit EC-Karte und Kreditkarte.

Keiner der genannten Zahlungsvermittler verlangt eine monatliche Grundgebühr oder eine Mindestvertragslaufzeit.

Je nach Anbieter, können die app-basierten Zahlungslösungen mit nützlichen Zusatzfunktionen durch ihre Apps trumpfen. So ist teilweise das Anlegen von Produktbibliotheken, die Einrichtung von mehreren Benutzerkonten, der Abruf von Statistiken und vieles mehr möglich.

Preis: 39 29 € zzgl. MwSt.

Gerät ansehen

Außer dem Cyberjack POS akzeptieren alle Kartenleser der genannten Firmen Visa und Mastercard. Welche Karten darüber hinaus akzeptiert werden, etwa American Express oder chinesische und japanische Karten, hängt vom jeweiligen Zahlungsvermittler ab. Außerdem können nicht alle EC-Kartenlesegeräte der Komplett-Anbieter kontaktlose Zahlungen mit Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay abwickeln. Ohne Zweifel ist der iZettle Reader 2 das Kartenlesegerät, das die meisten Karten und Mobile-Payment-Verfahren akzeptiert, gefolgt vom SumUp Air.

Vorteile der Komplettlösungs-Anbieter

  • Geringe Anschaffungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Terminals.

  • Erweiterte Software-Funktionen: Produktbibliotheken, Statistiken, mehrere Mitarbeiterkonten und mehr.

  • Gerät wird über das Internet bestellt und ist vorkonfiguriert; kein Termin mit Bankberater nötig und keine komplizierten Verträge.

  • Keine Mindestvertragslaufzeit; die Geschäftsbeziehung kann jederzeit gekündigt werden.

Nachteile

  • Geringe Kompatibilität mit Kassensystemen von Drittanbietern.

Fazit

Da der Kaufpreis eines betreiberunabhängigen EC-Kartenlesegerätes sehr hoch ist und für den Service bei der Nutzung eigener Geräte trotzdem monatliche Pauschalen fällig werden, empfiehlt es sich, Kartenlesegeräte zu mieten, wenn man die Kartenzahlungen über seine Hausbank abwickeln lassen möchte. Händler, die bereits eine Kassensystem-Software im Einsatz haben, müssen darauf achten, ein kompatibles EC-Terminal auszuwählen.

Insgesamt sind die Komplettlösungs-Anbieter jedoch dynamischer als Banken. Die beiden Marktführer in diesem Segment iZettle und SumUp aktualisieren ihre Produkte schneller und bieten eine größere Auswahl an Zubehör an. Außerdem geht die Registrierung schnell und ist vollständig online möglich; einen Termin mit dem Bankberater kann man sich sparen.

Auch die Tarife der Komplett-Anbieter sind transparenter als die von Banken, Acquirern und unabhängigen Verkaufsorganisationen. Darüber hinaus muss man keine Grundgebühren zahlen und ist an keine Vertragslaufzeiten gebunden; ideal für Unternehmer, die gerne flexibel bleiben.